Empfehlungen und Praxisbeispiele

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die gemeinschaftliche Selbsthilfe seit Mitte März stark. Selbsthilfekontaktstellen waren im Frühjahr geschlossen und nur telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Gruppentreffen und der vertraute persönliche Austausch konnten nicht stattfinden. Soweit möglich, nutzen Selbsthilfegruppen seither digitale Möglichkeiten, um miteinander im Kontakt zu bleiben.

Seit Mai wurden Lockerungen beschlossen, die auch die gemeinschaftliche Selbsthilfe betreffen. Selbsthilfekontaktstellen öffnen wieder für persönliche Beratungen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Selbsthilfegruppen bereiten sich auf die Wiederaufnahme ihrer Gruppentreffen vor und entwerfen Empfehlungen dafür. Der Zeitpunkt der Lockerungen sowie die Vorsichtsmaßnahmen sind regional sehr unterschiedlich.

Welche Formen des persönlichen und digitalen Austauschs für einzelne Gruppen geeignet sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Teilnehmende mit chronischen körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen, die zur so genannten Risikogruppe gehören, müssen sich in besonderer Weise vor einer möglichen Infektion schützen. Für andere, etwa Suchtkranke und psychisch Erkranke, bedeutet gerade die erzwungene soziale Isolation und der Wegfall von Gewohnheiten eine zusätzliche Belastung. Weiter spielen die unterschiedlichen Vorgaben von Behörden, Trägern oder Vermietern natürlich eine Rolle, die sich auch kurzfristig ändern können.

Wir veröffentlichen auf dieser Seite unter anderem Empfehlungen für die Wiederaufnahme persönlicher Treffen und für den virtuellen Austausch. Außerdem dokumentieren wir die regionalen Lockerungsbestimmungenn und Beispiele, wie Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen mit der Corona-Krise umgehen.

Empfehlungen

Hygieneempfehlungen für die Durchführung von Gruppentreffen

Gute Beispiele von Selbsthilfekontaktstellen

Die Beschränkungen anlässlich der Corona-Pandemie werden teilweise gelockert. Mancherorts können sich Selbsthilfegruppen wieder treffen, ansonsten stehen baldige Treffen in Aussicht. Bundesweit haben Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeorganisationen Empfehlungen erarbeitet, wie Gruppentreffen möglichst sicher durchgeführt werden können.

Wir verweisen an dieser Stelle exemplarisch auf besonders umfangreiche Empfehlungen, an denen sich an orientieren können. Zu beachten ist, dass die Möglichkeiten von Gruppentreffen von verschiedenen Faktoren abhängt: den Vorgaben der zuständigen Behördern sowie der Vermieter der Gruppenräume, den räumlichen Begebenheiten und natürlich dem Personenkreis der Gruppenteilnehmenden.

Häufig ist eine maximale Teilnehmerzahl durch die Behörden vorgegeben oder zu empfehlen, um einen Mindestabstand zu gewährleisten. Einige Gruppen haben sich daher aufgeteilt und führen mehrere Treffen durch. Dadurch fehlt es an Räumen für die Treffen aller Selbsthilfegruppen. Zu empfehlen ist, den Selbsthilfegruppen für Suchtkranke und psychisch Kranke Vorrang zu geben, da diese von vermehrten Rückfällen oder verstärkten Krankheitssymptomen berichten durch den Wegfall persönlicher Treffen.

Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Schwaben (Augsburg)

Download: Hygienevorschläge für Gruppentreffen von Selbsthilfegruppen

Dachverband der Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen

Link: Empfehlungen für ein Corona-Schutzkonzept

Selbsthilfe-Büro Korn

Link: Empfehlungen für Selbsthilfegruppen-Treffen während der Corona-Pandemie

Selbsthilfe-Büro Niedersachsen

Download: Vorschläge für Gruppenregeln in der Zeit der Corona-Pandemie

Empfehlungen für den digitalen Austausch

Videokonferenzen und andere Möglichkeiten

Videokonferenzen

Etliche Selbsthilfegruppen tauschen sich über Videokonferenzen aus, solange persönliche Treffen nicht möglich sind. Häufig gibt es Fragen, wie der Austausch per Videokonferenz einfach und zugleich sicher möglich ist. Die NAKOS hat einige Informationen zusammengefasst.

Weitere Informationen: Erste Empfehlungen für virtuelle Gruppentreffen

Telefonkonferenzen

Auch Telefonkonferenzen werden gerade als Alternative zu Gruppentreffen genutzt. Die NAKOS hat einige grundlegende Informationen zu Telefonkonferenzen zusammengefasst.

Weitere Informationen: Telefonkonferenzen als Alternative zu Gruppentreffen

Selbsthilfe-Apps

Einige Selbsthilfevereinigungen und Selbsthilfekontaktstellen haben in den vergangenen Jahren Smartphone-Apps entwickelt, die vereinzelt auch für den Austausch von Gleichbetroffenen genutzt werden können. Exemplarisch weisen wir hier auf die kostenlose App „in.kontakt“ für pflegende Angehörige hin, die der Verein wir pflegen in Kooperation mit der NAKOS entwickelt hat.

Weitere Informationen: www.wir-pflegen.net

Weitere Tipps für den digitalen Austausch

Der Paritätische Gesamtverband: „Webzeugkoffer #GleichImNetz“:

www.der-paritaetische.de

Der Paritätische Gesamtverband: „Arbeitshilfe für die Planung und Organisation von virtueller Treffen von Selbsthilfegruppen“:

Download: Arbeitshilfe virtuelle Treffen

BAG SELBSTHILFE: „Internetbasierte Kommunikation in der Corona-Krise“:

www.bag-selbsthilfe.de

Selbsthilfezentrum München: „Liste verschiedene Digitalplattformen“

www.shz-muenchen.de

Selbsthilfe-Kontaktstelle Frankfurt: „Bleiben Sie in Kontakt – virtuelle Gruppentreffen“

www.selbsthilfe-frankfurt.net

Deutscher Caritasverband, Koordinierungsstelle Junge Sucht-Selbsthilfe: „Schon mal (an) virtuell gedacht? Deine Selbsthilfegruppe per Videokonferenz“

www.caritas.de/sucht-selbsthilfe

Verein Digitalcourage: „Corona: Technik-Tipps für Homeoffice“:

www.digitalcourage.de